Mundspiegel Zahnarzt. Foto Dietrich Hackenberg

Parodontologie

Professionelle Zahnreinigung und Anleitung zur individuellen Pflege — so bekommen Sie Entzündungen Ihres Zahnfleisches in den Griff und verhindern Zahnverlust durch Parodontose.

Parodontitis ist eine nicht zu unterschätzende, vermeidbare Infektionskrankheit. Die chronische, meist schmerzlose Entzündung des Zahnhalteapparates entwickelt sich oft unbemerkt über viele Jahre.

Würde die Parodontitis nur zum Zahnverlust führen, wäre dies zweifellos bedauerlich genug, aber die Parodontitis begünstigt nachweislich die Entstehung zahlreicher Allgemeinerkrankungen.

Warum ist das so?

Im einem gesunden Mund befindet sich eine Vielzahl von Bakterien. Diese „guten“ Bakterien gehören zu einer natürlichen, physiologischen Flora. Sie sind nicht schädlich und tragen zur Aufrechterhaltung stabiler Verhältnisse im Mund bei.

Im Laufe der parodontalen Erkrankung verschiebt sich dieses Keimspektrum von gesund zu krank, von Aerobiern zu Anaerobiern, von gram-positiv zu gram-negativen Bakterien.
Im unterputzten Bereichen, im Zahnzwischenraum und in den Zahnfleischtaschen bleibt Zahnbelag, die sogenannte Plaque zurück; hier ändert sich das Keimspektrum von guten zu schlechten Bakterien.

Diese Bakterien scheiden in ihrem Stoffwechsel Substanzen und Enzyme aus, welche Zahnfleisch und Knochen zerstören. Dabei entsteht eine tückische Zerstörungskaskade, in der sich die ökologischen Bedingungen für die krankmachenden Keime ständig verbessern.
Zwangsläufig kommt es bei dieser Entzündung zu einer Invasion dieser Keime in den Blutkreislauf und somit in den gesamten Körper.
Es sind nicht nur ein paar Keime; denn die Konzentration kann deutlich im 7-stelligen Bereich liegen. Der Körper reagiert auf diese Bakterieninvasion mit einer Immunantwort. Die Entzündungsparameter lokal und im Blut steigen (Leukozyten, CPR-Wert).
Die chronische Erhöhung der systemischen Entzündungsmarker über viele Jahre hat negative Auswirkungen auf die Gesundheit im Allgemeinen.
In zahlreichen wissenschaftlichen Studien konnte gezeigt werden, dass die Parodontitiskeime im Zusammenhang stehen mit Herzinfarkt, Schlaganfall, Lungenentzündung, Diabetes mellitus, Rheumatide Arthritis und Schwangerschaftskomplikationen.

Keine Zahnbürste der Welt erreicht die Zahnzwischenräume vollständig, auch wenn uns die Werbung dies gern verspricht. Mit der Zahnbürste allein erreicht man max. 2/3 der Zahnoberflächen. Die Zahnzwischenräume bleiben unterputzt.

Um den Entzündungsgrad Ihres Zahnfleisches zu dokumentieren, erheben wir den sogenannten PSI-Wert. Je größer Ihr PSI-Wert ist, desto weiter ist die Erkrankung fortgeschritten.

  • PSI-Wert 0 : Es ist nichts entzündet, es gibt keinen Zahnstein oder überhängende Füllungs- und Kronenränder;
  • PSI-Wert 1: Es blutet nach vorsichtigem Sondieren;
  • PSI-Wert 2: Es blutet und Plaque liegt ober- oder unterhalb des Zahnfleischsaums, Zahnstein sitzt an den Zähnen und/oder es gibt überhängende Füllungs- und Kronenränder;
  • PSI-Wert 3: Es blutet und die Taschen sind 3,5 bis 5,5 Millimeter tief;
  • PSI-Wert 4: Die Taschen sind noch tiefer.

Bei einem PSI-Wert von 3 oder 4 haben Sie Parodontitis, bei der auch schon der Zahnhalteapparat betroffen ist.

Webtipps «Parodontitis »

Patienteninformation der Bundeszahnärztekammer
Parodontitis / Erkrankungen des Zahnhalteapparates