CMD — Funktionsstörungen im Kopfbereich

Fast jeder knirscht nachts mit seinen Zähnen, der eine mehr der andere weniger.

Wir durchleben im Schlaf Zyklen tiefster Entspannung, aber auch Phasen hoher Anspannung (die sogenannten REM-Phasen). In diesen REM-Phasen knirschen viele Menschen mit den Zähnen, das ist völlig normal. Zum Problem wird dies, wenn die Beteiligten Strukturen diesen Belastungen nicht mehr standhalten. Verstärkt (getriggert) wird das Knirschen durch Fehlkontakte bei den Seitwärtsbewegungen.
Bewusst wird einem das Zähneknirschen meist erst, wenn der Partner einem von Geräuschen in der Nacht berichtet, man selbst morgens mit Verspannungen im Bereich der Kaumuskulatur wach wird oder der Zahnarzt den ungewöhnlich hohen Abrieb an den Zähnen bemerkt.

Gipsmodell zur Untersuchung auf Fehlkontakte. Foto © Karl-Uwe Jülich

Gipsmodell zur Untersuchung auf Fehlkontakte


Abriebstellen an den Zähnen eines Knirschers. Foto © Karl-Uwe Jülich

Abriebstellen an den Zähnen eines Knirschers

Die Deutsche Gesellschaft für Funktionsdiagnostik und Therapie definiert CMD als Sammelbegriff für eine ganze Reihe klinischer Symptome der Kaumuskulatur und/oder des Kiefergelenks sowie der dazugehörenden Strukturen im Mund- und Kopfbereich.

Die Diagnose CMD als auch die Therapie sind sehr komplex. Die Gesamtfunktion des Cranio-Mandibulären-Systems ist nach übereinstimmender Ansicht gegenwärtig kaum diagnostisch zu erfassen; keinesfalls kann eine einzelne Untersuchungsmethode umfassenden Aufschluss geben.

„Wer als Werkzeug nur einen Hammer hat, sieht in jedem Problem einen Nagel.“ Paul Watzlawick, Psychotherapeut, Kommunikationswissenschaftler und Autor

Die Diskussion über Ursache und die Mitbeteiligung der Zähne an dem Leitsymptom Schmerz im Kopfbereich wird nunmehr seit über 70 Jahren geführt. Zähne können ein Co-Faktor in diesem sensiblen System sein, ursächlicher Auslöser sind sie aber nicht.

Mit unseren Screeningtests filtern wir mit wenig Aufwand und einer guten Vorhersagbarkeit die Patienten, die mit großer Wahrscheinlichkeit einen Behandlungsbedarf im zahnmedizinischen Bereich haben.
Gern arbeiten wir auch multiprofessionell mit Kollegen anderer Fachbereiche im Sinne einer „ganzheitlichen CMD-Diagnostik“ zusammen.