Herstellung ästhetisch schöner und funktioneller Totalprothesen

Wir möchten zahnlosen Menschen Lebensqualität zurück geben.

Die Entscheidung zur Herstellung neuer Totalprothesen kann mehrere Gründe haben:

  • Manchmal haben Sie als Patient nach mehrjähriger Tragezeit selbst den Wunsch etwas verbessern zu lassen.
  • Sie wurden von Ihnen nahestehenden Menschen darauf angesprochen.
  • Wir haben Ihnen aus medizinischer Sicht dazu geraten, neuen Zahnersatz anfertigen zu lassen.

Für individuelle und typgerechte Totalprothesen benötigen wir zunächst eine Röntgenübersichtsaufnahme (Orthopantomogramm).

In einigen Fällen kann es sinnvoll sein, das „Prothesenlager“ (Lippenbändchen/Schleimhaut) vor der Anfertigung des neuen Zahnersatzes chirurgisch zu verbessern.

Bei einer ggf. notwendigen Veränderung der Bisshöhe/Bisslage, kann es auch in diesen Fällen notwendig sein, dass wir dies zunächst mit einer Schiene -probeweise mit dem alten Zahnersatz- testen müssen.

Diese Bissumstellung kann auch die Unterstützung durch Physiotherapeuten/Physiotherapeutinnen oder Osteopathen/Osteopathinnen erfordern.

Behandlungsablauf:

1. Behandlungstermin

Die Prothesenanamnese: Wir stellen Ihnen zunächst gezielte Fragen im Zusammenhang mit Ihren Prothesen, um zu erfahren, was Ihnen wichtig ist und wo möglicherweise Verbesserungspotential liegt.

Danach analysieren wir den Ist-Zustand Ihres bestehenden Zahnersatzes. Wir vermessen Ihre Prothesen, notieren die Ist-Werte und „entwickeln“ mögliche Soll-Werte, die wir ebenfalls notieren. Diese Soll-Werte sind Grundlagen für die weiteren Arbeiten im zahntechnischen Labor.

In der gleichen Sitzung erstellen wir die ersten funktionellen Abformungen.

Für diese Abformungen werden üblicherweise konfektionierte Löffel verwendet. Um deutlich exaktere Erstabformungen zu erhalten individualisieren wir diese konfektionierten Abformlöffel.

2. Behandlungstermin

Im Labor wurden in der Zwischenzeit Modelle und individuelle Löffel für Sie hergestellt.

Mit diesen individuellen Löffeln wird nun die zweite funktionelle Abformung durchgeführt. Von zahnärztlicher Seite ist dies sehr komplex, weil man genau wissen muss, welche Bereiche der individuelle Löffel erreichen muss und wo er möglicherweise zu lang ist.

Dieser Schritt gelingt umso besser, je besser die Erstabformung war.

Wichtig ist an dieser Stelle ist auch, dass man das richtige Material einsetzt, um mit der Abformung einen Ventilrand zu erzeugen der nachher für den Halt der Prothese sorgt.

Bei der zweiten funktionellen Abformung werden Sie gebeten, Bewegungen mit Lippen, Zungen, Wangen allein und durch uns unterstützt auszuführen. Dies schafft den Bewegungsspielraum für die Muskulatur und die Schleimhaut damit sich die Prothese nachher nicht vom Prothesenlager abhebt.

3. Behandlungstermin

Heute wird die Lagebeziehung der Kiefer zueinander registriert und verschlüsselt. Die für Sie im Labor hergestellten Registrierbehelfe für die Kieferrelationsbestimmung tragen Kunststoffwälle in räumlicher Dimension der späteren Zähne, dies erlaubt bereits jetzt eine erste ästhetische Anprobe. Das ist möglich, weil der Zahntechnikern/die Zahntechnikerin die Schablonen nicht wie üblich nach Mittelwerten angefertigt hat, sondern nach den Soll-Werten die in der ersten Sitzung ermittelt wurden. Mit dem Gesichtsbogen wird in gleicher Sitzung die Position des Oberkiefers zum Gesichtsschädel registriert -Arbiträre Montage- Damit können im zahntechnischen Labor die Modelle -analog der Patientenanatomie- in das Kausimulationsgerät übertragen werden, um dort u. a. Kaubewegungen zu simulieren.

4. Behandlungstag

Die Anprobe der neuen Zähne steht an diesem Tag im Mittelpunkt. Was wir heute in Ihrem Mund anprobieren ist noch nicht die endgültige Prothese, an diesem Prothesen-Dummy kann man mit vergleichbar geringem Aufwand noch allerlei verändern. Wir überprüfen mit Ihnen, ob die Ideen, die zu  Anfang entwickelt haben, auch zu Ihnen und Ihren Vorstellungen passen. Diese Ideen wurden bei der Aufstellung der Zähne im Labor noch durch eine intelligente und aufwändige Modellanalyse ergänzt.  

Ebenso helfen uns -wenn vorhanden- Bilder von Ihnen aus jüngeren Jahren, z. B. von der Hochzeit.

Wir kontrollieren Aussehen, Zusammenbiss und Bisshöhe sowie das Sprachvermögen. Ganz „gerade“ aufgestellte Zähne lassen Prothesen oft künstlich erscheinen. Gegebenenfalls haben wir uns typbedingt, oder aus statischen Gründen bei Ihnen für ein besonderes Aufstellkonzept der Zähne entschieden. Anzahl der Zähne und auch die Reihenfolge können von der Normalprothese abweichen. Dies hat Gründe, die wir Ihnen auf Wunsch gerne erläutern. 

5. Behandlungstag

Heute ist der große Tag der Eingliederung Ihrer neuen Zähne.

Bisweilen sind leichte Korrekturen auf den Kauflächen der Zähne notwendig. Die Gewöhnung an die neuen Dritten kann von 6 Minuten bis zu 6 Monaten betragen, aber diesen Weg gehen wir gemeinsam. Schön für alle Beteiligten, wenn es schnell geht, aber bei einer solch komplexen Behandlung kann schon mal eine Feinjustierung, auch über einen längeren Zeitraum, notwendig sein. Es können Druckstellen auftreten, das neuronale Reflexmuster muss sich adaptieren, es kann sein, dass Sie sich auf die Wange beißen, dass Kaukraft und Abbeißen noch nicht optimal funktionieren. Auch ein Fremdkörpergefühl kann unter Umständen auftreten. 

6. Behandlungstag

Eine mögliche Remontage.

Prof. Gutowski fordert diesen Schritt sklavisch, wenn wir uns gemeinsam für Keramikzähne entschieden haben, zurecht. Sollten Sie Kunststoffzähne gewählt haben, ist dieser Schritt bisweilen verzichtbar.

Anmerkung: Prothesen mit Keramikzähnen müssen in meiner Praxis deutlich seltener unterfüttert werden, verfärben sich aber am Übergang von Keramikzahn-Prothesenkunststoff bisweilen.

Ablauf einer ggf. notwendigen Remontage:

Nachdem Sie sich mit Ihrem neuen Zahnersatz „angefreundet“ haben, geht er nach einer erneuten Kieferrelationsbestimmung und arbiträren Montage abermals für einen Tag ins Labor, um den Biss und die Bewegungen des Unterkiefers im Kausimulator (Artikulation) zu überprüfen und zu korrigieren.

Fazit:

Die Herstellung einer ästhetisch schönen und funktionell optimalen Totalprothese ist eine große Herausforderung, die sehr viel Wissen und Erfahrung von Zahnarzt und Zahntechniker/Zahntechnikerin verlangt. Der Weg dorthin ist eine Kaskade vieler Einzelschritte, die Stufe für Stufe präzise gegangen werden will. Die Planung, die sorgfältige Analyse, die Auswahl geeigneter Materialien und die enge Zusammenarbeit zwischen Patient, Zahnarzt und Zahntechniker/Zahntechnikerin sind grundlegende Voraussetzungen zur Realisierung einer ästhetisch schönen und funktionellen Totalprothese.

Im Rahmen der Honorierung, den die gesetzlichen Krankenkassen für Totalprothesen vorgesehen haben, ist eine solche Behandlung/Leistung ausgeschlossen. 

Sie haben als gesetzlich Versicherter jedoch die Möglichkeit auf Basis des Festzuschusses für Totalprothesen Ihr individuelles Upgrade nach Ihren Wünschen zu wählen.

Sprechen Sie uns an, wir erläutern Ihnen Ihre Optionen.

Ihr Zahnarzt

Dr. Karl-Uwe Jülich